Ballycroy National Park, Sligo & Enniskillen

Alles anders in Nordirland?

Nach einer ruhigen Nacht in der Westport Country Lodge wachen wir zu einer erfreulichen Nachricht auf: Booking erstattet uns die gesamten 90 Euro, die uns das Clifden Station House gekostet hätte – wir hatten, ehrlich gesagt, damit gerechnet, bestenfalls den Preis für das schon bezahlte Frühstück zurückzubekommen. Umso besser!

Hotel in Westport

Allerdings stehen wir nun vor dem kleinen Problem, dass wir nicht so recht wissen, was wir eigentlich machen sollen: Den Connemara National Park samt Kylemore Abbey haben wir bereits gestern besucht und dadurch, dass wir abends noch anderthalb Stunden weitergefahren sind, ist auch die für heute geplante Strecke kürzer als erwartet.

Parkplatz in Ballycroy

Wanderung im Ballycroy National Park

Ein Blick auf Google Maps verrät uns, dass es in der Nähe noch den Ballycroy National Park gibt, zu dem wir einen Abstecher unternehmen könnten. Den hatten wir bei der Planung unserer Rundreise nicht berücksichtigt, weil er recht gewöhnlich aussah, aber jetzt, wo wir ohnehin zu viel Zeit haben – warum nicht!

Wanderweg in Ballycroy

Seltsam ist, wieder einmal, wie der National Park angelegt ist: Es gibt – wie schon in Connemara und den Wicklow Montains – ein Visitor Center mit Café und Parkplatz, an dem sich jedoch offenbar lediglich ein einziger, nur 2 km langer Wanderweg befindet. Ein weiterer, bis zu 12 km langer Trail startet irgendwo im Nirgendwo an einer kleinen Landstraße, ohne jegliche Infrastruktur.

Schafe in Ballycroy

Woran das liegen mag, sei dahingestellt, wir entscheiden uns jedenfalls für den längeren Wanderweg, dessen Startpunkt man tatsächlich suchen muss, auch wenn sich am Ende der winzigen Straßen immerhin ein mittelgroßer Parkplatz befindet.

Ein Schild weist darauf hin, dass der Wanderweg recht nass und matschig sein könnte – und das stellt sich als Untertreibung heraus; stellenweise hüpft man über kleine Bäche von Stein zu Stein, stellenweise sinkt man knöcheltief ein. Zum ersten Mal sind wir froh, wasserdichte Wanderschuhe gekauft und ausnahmsweise sogar angezogen zu haben.

Matschiger Wanderweg

Davon abgesehen mag der Trail nicht allzu außergewöhnlich aussehen, doch uns gefällt er gut: Zunächst geht es an einem schönen Fluss entlang, dann über eine weite Wiese und schließlich durch einen Wald hindurch. Und natürlich begegnen wir auch hier wieder zahlreichen Schafen.

Knocknarea bei Sligo

Knocknarea bei Sligo

Auf dem Weg vom Ballycroy National Park nach Enniskillen, dem Ziel unserer heutigen Route, liegt mit Sligo noch ein relativ groß wirkendes Städtchen, in dessen Umgebung sich zwei, drei kleine Attraktionen befinden.

Ausblick von Knocknarea

Wir entscheiden uns für Knocknarea, einen gut 325 Meter hohen Berg, von dem aus man einen schönen Ausblick auf die Umgebung genießen soll. Hinauf führt ein nur 1,4 km langer Weg, der – wie so oft – über „private property“ führt; der Eigentümer ist laut Schild aber „kind enough“, Besucher passieren zu lassen und mutmaßlich nicht zu erschießen.

Küste bei Knocknarea

Nett sind dann auch die Ausblicke auf dem Weg hinauf, nur oben, in Richtung Meer, ist dank dieser seltsamen Mischung aus Wolken und Nebel, die uns schon seit einigen Tagen begleitet, nicht viel zu sehen. Aber immerhin haben wir uns noch einmal die Beine vertreten, denn das lange Sitzen im Auto zehrt ansonsten doch ein wenig an den Nerven.

Wanderweg hinauf

Willkommen in Nordirland

Ohne es zu merken, passieren wir wenig später die Grenze zwischen Irland und Nordirland. Das einzige Schild, das auf diesen Umstand hinweist, ist: „tempo limits are stated in mph“. Lustigerweise verfügt unser Auto nur über eine km/h-, nicht jedoch eine mph-Anzeige, und Straßenschilder gibt es in Nordirland offenbar ohnehin kaum.

Lediglich in Städten weist ab und zu mal eine Tafel darauf hin, dass hier nur 30 oder 40 mph erlaubt sind, doch auf sämtlichen Landstraßen und Autobahnen sucht man Temposchilder vergeblich. Überhaupt sieht Nordirland auf den ersten Blick erstaunlich anders aus; die Straßen voller, die Häuser mehr englisch, weniger holländisch, und es gibt Viewpoints, die wir in Irland oft verzweifelt gesucht haben.

Halloween im Belmore Court

Unser Hotel für die heutige Nacht, das Belmore Court in Enniskillen, befindet sich an der Kreuzung zwei extrem befahrener Straßen, das Zimmer aber erweist sich als überraschend gut isoliert und entsprechend ruhig.

Von dort aus drehen wir noch eine kleine Runde durch Enniskillen selbst – kein besonders schöner Ort, aber erstaunlich groß, und die Preise in den Supermärkten sind dank des schwachen Pfunds beinahe erträglich!

Morgen fahren wir an Nordirlands Küste: Giants Causeway, Dunluce Castle, Carrick-a-Rede und mehr!

Strecke: 300 km, in Nordirland recht voll, bis dahin aber gut
Essen: ein bisschen Kleinkram unterwegs, dürftige Auswahl in Enniskillen
Hotel: Belmore Court, ordentlich, leicht amerikanisch, mitten im Ort

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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