Sehenswürdigkeiten in Belfast

Ein toller Rundgang durch Nordirlands Hauptstadt

Das Hampton Inn in Belfast ist schon ein interessantes Hotel. Erst im Sommer 2018 erbaut, wie gestern geschrieben, und äußerst schön eingerichtet, doch in der Nacht erlebt man sein blaues Wunder, wenn jemand in der gleichen Etage zurückkommt und seine Tür schließt: Das Bett wackelt.

Kein Witz. Keine Übertreibung. Die Wände sind so dünn, dass das Zufallen einer fremden Zimmertür das Bett zum Wackeln bringt. Das haben wir noch nicht einmal auf einer USA-Reise erlebt, obwohl die Motels und Hotels dort für ihre notorisch dünnen Wände bekannt sind…

Hampton Inn in Belfast

Zum Glück passiert das jedoch nur ein, zwei Mal und so verbringen wir im Großen und Ganzen doch eine ruhige Nacht. Auch das morgendliche Frühstück ist nicht verkehrt; allein all der dabei produzierte Plastikmüll mag nicht so recht zum jungen, hippen Ambiente passen.

Aber wir wollen nicht zu kritisch sein, denn die moderne Einrichtung gefällt, das Preisleistungsverhältnis ist kaum zu schlagen und die Ausgangslage für einen Stadtrundgang ideal.

Titanic Belfast am Hafen

Titanic Belfast

Wir beginnen diesen Rundgang mit einem etwa 30-minütigen Spaziergang gen Norden, wo sich „Titanic Belfast“ befindet, ein modernes Museum zugunsten des hier einst erbauten Kreuzfahrtschiffs.

Sehenswert ist dabei aber bereits die Umgebung: Belfast wirkt vom ersten Moment an wie eine zeitgemäße, interessante Stadt im Wandel, den das einstige Hafenviertel vermutlich am besten repräsentiert.

Fotos im Museum

Wo früher die Schiffe gebaut und später die Container transportiert wurden, entsteht heute ein modernes Wohn- und Geschäftsviertel mit tollen Häusern.

Bis 2035 soll hier offenbar ein komplett neues Stadtviertel errichtet werden, mit Golfplätzen und Tennisplätzen und was wissen wir noch allem. Ob es wirklich dazu kommt und wer das Ganze finanziert (die EU ja nun wohl eher nicht, ha!), sei dahingestellt.

Eine Kabine der Titanic

Titanic Belfast jedenfalls ist dank seines modernen Gebäudes schon aus der Ferne zu erkennen und – wie so oft – ist der Andrang beachtlich, obwohl wir schon einige Minuten vor der Öffnungszeit ankommen.

Das Museum ist sinnvoll aufgebaut, beginnend mit einem Überblick über das Belfast des frühen 20. Jahrhunderts, bevor es mit dem Bau des Schiffs, seiner Ausstattung, der Jungfernfahrt und schließlich dem Untergang weitergeht.

Virtueller Titanic-Rundgang

Das alles ist gut gemacht, allein einen wirklichen Eindruck davon, wie die Titanic von innen ausgesehen haben muss, bekommt man nicht: Zwei lieblos nachgebaute Kabinen hinter Glasscheiben und eine virtuelle Fahrt durch eine 3D-Animation sind für den Eintrittspreis von über 20 Euro pro Person dann doch ein bisschen schwach.

Belfasts Fußgängerzone

Rundgang zu den Sehenswürdigkeiten

Vom Titanic-Museum aus steuern wir wieder das Stadtzentrum an. Der Verkehr ist dort erfreulicherweise nicht allzu dicht – es gibt sogar eine kleine Fußgängerzone! – und so können wir entspannt Belfasts Sehenswürdigkeiten in Augenschein nehmen. Dazu zählen:

Big Fish

Der Big Fish, auch als The Salmon of Knowledge bekannt. Eine zehn Meter lange Skulptur am Kai, die sich seit ihrer Errichtung vor gut zwanzig Jahren offenbar recht schnell zum Wahrzeichen der Stadt entwickelt hat.

St Anne's Cathedral

Die St Anne’s Cathedral, die wir nur von außen anschauen, weil uns 10 Euro Eintritt für eine Kirche – nach all den Kirchen, die wir in den letzten zwei Wochen gesehen haben – doch ein wenig viel erscheinen. Immerhin darf man durch eine Glasscheibe einen kleinen Blick ins Innere werfen. Japp, sieht aus wie eine Kirche.

Belfasts City Hall

Die beeindruckende City Hall, im frühen 20. Jahrhundert errichtet, und überaus sehenswert. Sie steht direkt an der großen Straße, die wir von unserem Hotel aus immer wieder passieren, abends wird sie bunt beleuchtet – offenbar in verschiedenen Farben, je nach Anlass.

Grand Opera House

Das Grand Opera House und das Europa Hotel nebenan, auch als „most bombed hotel in Europe“ bekannt.

Victoria Square Shopping Center

Das sehr schön angelegte, moderne Einkaufscenter am Victoria Square, über mehrere Etagen verteilt und dabei verschiedene Straßen verbindend. Tatsächlich fühlt es sich wie eine überdachte Fußgängerzone an.

Botanischer Garten in Belfast

Besonders angetan hat es uns schließlich der Botanische Garten im Universitätsviertel, der sich trotz des kühlen Wetters im späten Oktober noch von seiner besten Seite zeigt.

Der Rosengarten blüht wie im Frühsommer, die Wiesen sind saftig grün und die Bäume zumindest teilweise wieder noch deutlich stärker belaubt als an der Westküste Irlands.

Palmenhaus in Belfast

Auch die tropischen Gewächshäuser, allen voran natürlich das Palmenhaus, sind mindestens einen Blick wert.

Belfast Castle

Außerdem unternehmen wir einen kleinen Ausflug zu Belfasts Schloss, um das wir eigentlich auch eine kleine Wanderung unternehmen wollten, doch leider lässt die Ausschilderung zu wünschen übrig. Nachdem wir uns in zehn Minuten drei Mal verlaufen, geben wir den Trail auf.

Brücke in Belfast

Irische Besonderheiten

Dass die katholische Kirche in Irland noch von Bedeutung ist, dürfte niemanden überraschen – was uns jedoch, auch in diesem Zusammenhang, immer wieder überrascht, sind die irischen Ladenöffnungszeiten.

Obwohl man sonntags in die Kirche gehen und ruhen soll, öffnen die Geschäfte, in großen Städten und kleinen Dörfern gleichermaßen, jeden Sonntag. Dafür machen nahezu alle Läden, ebenso in großen Städten und kleinen Dörfern gleichermaßen, jeden Tag bereits um 1800 Uhr zu.

Um 1800 Uhr! In einer europäischen Hauptstadt!

Schlechtes Wetter in Belfast

Lediglich in einigen Shopping Center wie dem oben erwähnten Victoria Square, in dem sich auch mehrere Fast-Food-Lokale und ein Multiplex-Kino befinden, schließen die Türen frecherweise später… und zwar um 1900 Uhr. Muss man nicht verstehen.

Auf der anderen Seite ist es ja auch irgendwo bemerkenswert, wenn sich ein Land solche Eigenheiten bewahrt – obwohl es sich bei den Geschäften natürlich nicht zuletzt um H&M, Zara, Starbucks & Co. handelt.

So nehmen wir nur noch einen kleinen Snack bei Fish City zu uns und beenden unseren Tag in Belfast ein, zwei Stündchen früher als geplant. Schön war’s! Wir sind gespannt, ob die Sehenswürdigkeiten in Dublin es damit aufnehmen können…

Strecke: 20 km, nur einmal zu Belfasts Castle und zurück
Essen: ein letztes Mal Fish’n’Chips in diesem Urlaub, bei Fish City
Hotel: Hampton Inn, die zweite Nacht hier, weiterhin sehr gut und modern

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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