Dublins Sehenswürdigkeiten

Ein Rundgang durch Irlands Hauptstadt

Unser Hotel in Dublin befindet sich mitten im Zentrum, was überraschenderweise jedoch nur Vorteile mit sich bringt: Die Lage des The Morrison nahe Temple Bar ist ideal, um von dort aus einen Stadtrundgang zu unternehmen, ohne dass der Lärm der Straße nachts (oder tagsüber) stören würde.

Gut, wir haben auch ein Zimmer mit wundervoller Aussicht auf den Hinterhof bekommen, aber der bei Booking angepriesene Flussblick, der nochmal mehr als ein paar Euro extra gekostet hätte, hätte gleichzeitig auch den Blick auf die viel befahrene Straße bedeutet.

Stadtrundgang durch Dublin

Stadtrundgang durch Dublin

Von unserem Hotel aus steuern wir dann auch zunächst Temple Bar an, Dublins Ausgehviertel – so heißt es zumindest. Angesichts all der Pubs und Bars, die auf markigen Schildern „TRADITIONAL IRISH LIVE MUSIC PLAYING RIGHT NOW“ anpreisen, ist es vermutlich eher das Ausgehviertel der Touristen, die sich um die Pubs drängen.

Dennoch wirkt die Gegend ganz nett, auch wenn es nichts ist, dass wir nicht schon zuvor viele Male und mutmaßlich authentischer gesehen hätten.

Temple Bar in Dublin

Überhaupt wirkt Dublin, soviel sei vorweggenommen, ein bisschen so, als hätte man „alles“ von Irland auf einen Fleck quetschen wollen – nicht zuletzt, um den Touristen weite Wege zu ersparen.

Wer möchte, der kann in Dublin Kathedralen und Kirchen besuchen, Parks und Gärten, dann noch einen Abstecher zur Küste, zum Powerscourt House sowie vielleicht in die Wicklow Mountains nach Glendalough unternehmen und anschließend behaupten, einen guten Eindruck vom Land gewonnen zu haben.

Marathon in Dublin

Ganz verkehrt erscheint uns diese Annahme nicht und angesichts dessen, wie oft wir hier vor allem Spanisch und Französisch hören, unternehmen viele Urlauber vermutlich eine solche Tour. Die Busse, denen wir unterwegs immer wieder begegnet sind, steuern zudem noch den Ring of Kerry, die Cliffs of Moher und teilweise Cork oder Galway an.

Auf der anderen Seite ist es natürlich nicht so, als hätten wir eine besonders kreative oder ungewöhnliche Route durch Irland gewählt; letzten Endes haben wir auch in erster Linie die größten und bekanntesten Stationen abgeklappert – nur vielleicht ein paar mehr als manch andere. Aber zurück zu Dublins Sehenswürdigkeiten!

Fußgängerzone in Dublin
Grafton Street
Unserer weiterer Stadtrundgang führt uns durch die Grafton Street, eine von Dublins zahlreichen Einkaufsstraßen – erfreulicherweise verkehrsbefreit, denn die Wartezeiten an den Fußgängerampeln sind hier so unerträglich, dass sie beim besten Willen niemand beachtet.

Shopping Center von innen

Die Grafton Street bietet neben zahlreichen Souvenirshops die üblichen Geschäfte, die man in einer europäischen Großstadt heutzutage eben so findet. Sehenswert ist hier daher in erster Linie das Stephen’s Green Shopping Centre, das ein wenig an eine alte Markthalle erinnert, allerdings 1988 schlichtweg in diesem Stil erbaut wurde.

See im St. Patrick's Park
St Patrick’s Park
Gleich nebenan befindet sich der St Patrick’s Park, ein großer Stadtpark mit einem kleinen See, zahlreichen Tauben, ein paar Enten und erstaunlich vielen Möwen. Der Park wirkt stark frequentiert, obwohl es dank des erneut starken Winds doch eisig ist.

St. Patrick's Cathedral in Dublin
St. Patrick’s Cathedral
Also schnell ins Wärmere, zur Abwechslung mal wieder in eine Kirche. Der Eintritt ist mit 7 Euro pro Person sportlich, einen Gift Shop vor dem Ausgang gibt es jedoch nicht, …

… denn der befindet sich mitten in der Kathedrale und führt ein erstaunlich breites Sortiment: Von Ohrringen über Tassen bis hin zu Pullovern findet man hier eine ähnliche Auswahl wie in manch einem reinen Souvenirshop an der Grafton Street. Naja.

Kathedrale mit WW1 Leafs

Davon abgesehen ist die St. Patrick’s aber eine sehr schöne Kathedrale, wieder mit sehr sehenswerten Fenstern und vielen Verzierungen an den Wänden, zumal sie farblich ein wenig anders daherkommt als die Kirchen, die wir in Kilkenny, Cork oder Galway gesehen haben – ein bisschen mitteleuropäischer vielleicht, mit helleren, wenn auch weniger „sauberen“ Wänden.

Im Kirchenschiff hängen zig tausend Blätter von der Decke, die an die irischen Opfer des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnern sollen.

Dublins Schloss
Dublin Castle
Recht sehenswert ist auch Dublins Schloss, eine recht weitläufige Anlage, mit Türmen, Kirche und kleinem Garten sowie einigen doch ein wenig seltsam anmutenden bunten Anbauten dahinter.

Das Schloss wird heute (aufgrund seiner Größe und Lage verständlich) noch aktiv genutzt, weshalb wir es bei dem Blick von außen belassen – innen gibt es nur wenig zu sehen und nichts, das wir nicht schon aus Kilkenny & Co. kennen würden.

Trinity College und Book of Kells
Trinity College & Book of Kells
Die neben Temple Bar anscheinend beliebteste Sehenswürdigkeit in Dublin ist das Trinity College, ein wenig an Corks Universität erinnern, mit dem Book of Kells, einer illustrierten Handschrift aus dem 9. Jahrhundert, die man zusammen mit der historischen Bibliothek besuchen kann.

14 Euro Eintritt pro Person empfinden wir auch hier als recht sportlich, doch die unglaublich langen Schlangen vor dem Eingang geben den Betreibern wohl recht. Fotos im Inneren sind leider verboten, schließlich wollen noch Kalender und Poster verkauft werden.

Einkaufsstraße in Dublin
Weitere Sehenswürdigkeiten
Unser weiterer Rundgang führt uns an einigen weiteren Sehenswürdigkeiten vorbei, darunter City Hall, Christ Church Cathedral und Ha’penny Bridge.

Insgesamt sind wir – und das klingt zweifellos durch – von Dublin nicht ganz so begeistert wie von Belfast zuvor: Die Stadt wirkt in vielen Bereichen doch ein wenig gammelig, viele Obdachlose hocken bettelnd auf den Straßen, nicht wenige Drogenabhängige stolpern über selbige und sogar durch die Geschäfte.

Pubs in Dublin

Wo Belfast uns mit seinem modernen und doch traditionell wirkenden Ambiente begeistert hat, wirkt Dublin wie eine relativ austauschbare europäische Großstadt.

Aber das ist dann auch eine der wenigen kleinen Enttäuschungen unserer Rundreise und mag ein Stück weit damit zusammenhängen, dass wir in den letzten zwei Wochen schon so viel gesehen haben – und vieles, das Dublin zu bieten hat, einfach anderswo schöner.

Kirche in Dublin

Die Pubs waren in Kilkenny und Killarney spannender, die Gärten und Geschäfte in Belfast schöner, die Kirchen in Kilkenny, Cork und Galway interessanter. Das soll nicht heißen, dass sich der Besuch von Dublin nicht lohnen würde, aber vielleicht ist die Stadt als Einstieg in Irland besser geeignet denn als Abschluss.

Frühstück im Morrison Hotel

Zudem fällt es uns, selbst mit TripAdvisor, nicht ganz leicht, einzuschätzen, was allein dem Tourismus dient und was hier tatsächlich sehens- und besuchenswert ist: Vor allem bei den unzähligen Imbissen und Restaurants ist kaum ein realistischer, glaubwürdiger Eindruck zu gewinnen.

So geben wir uns am heutigen Abend dann auch mit einem kleinen Snack zufrieden und ziehen uns dann ins Hotel zurück. Morgen treten wir unsere Rückreise an und werfen einen Blick zurück…

Strecke: 200 km, keine durchgängige Autobahn von Belfast nach Dublin…
Essen: Sandwich in der Nähe unseres Hotels, wir hatten nicht so viel Hunger
Hotel: The Morrison, super Lage und recht ruhig, sogar das Frühstück war gut!

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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