Dunluce Castle, Giant’s Causeway & Carrick-a-Rede

Ein nebliger Tag an Nordirlands Küste

Heute steht die wohl längste Strecke unserer Rundreise an: Von Enniskillen geht es an Nordirlands Küste, wo wir ein Stück weit die Causeway Coastal Route entlangfahren werden, um danach Belfast anzusteuern. Irlands Westküste hatte uns nicht ganz so beeindruckt wie erhofft, weshalb wir unsere Erwartungen für den heutigen Tag ein klein wenig heruntergeschraubt haben.

Ohnehin verbringen wir zunächst zweieinhalb Stunden auf der Straße und was auf denen in Nordirland los ist, können wir kaum fassen: Unmengen an Autos, LKWs über LKWs, Trecker und Bagger… die meiste Zeit verbringen wir damit, anderen hinterherzutuckern, denn an Überholen ist meistens minutenlang nicht zu denken.

Parkplatz bei Carrick-a-Rede

Immerhin bleibt so genug Zeit, Nordirlands Landschaft zu beobachten, und die wirkt – genauso wie der Verkehr – ein bisschen dichter: Wo man in Irland auf riesigen Feldern vielleicht zwanzig Schafe sah, stehen hier auf deutlich kleineren Wiesen gefühlt fünf- bis zehn Mal so viele. Und wo in Irland die kleinen Dörfer aus vier, fünf Pubs und einem Supermarkt bestanden, stehen hier an „jeder Ecke“ riesige Shopping-Center.

Dass es solch enorme Kontraste gibt, hätten wir nicht gedacht – oder spielt uns unsere Wahrnehmung hier einen Streich?

Eingang von Dunluce Castle

Kurzbesuch von Dunluce Castle

Unzweifelhaft scheint hingegen, dass auch heute der Nebel an der Küste unser Begleiter ist. In den vergangenen Tagen war das kein großes Problem, doch heute geht mit dem Nebel ein starker, eisiger Wind einher, der uns den Nieselregen unentwegt ins Gesicht peitscht.

Klippen bei Dunluce Castle

Das ist nicht nur unangenehm, sondern schränkt auch die Sicht noch einmal deutlich stärker ein, und so belassen wir es bei unserem ersten Stopp an Dunluce Castle bei einem Kurzbesuch: Knapp 12 Euro ist uns der Eintritt bei dem Wetter nicht wert und so schießen wir lediglich ein paar Fotos von außen.

Visitor Center von Giants Causeway

Am Giant’s Causeway

Keine Ausreden gibt es hingegen am Giant’s Causeway, der wohl bekanntesten Touristenattraktion an Nordirlands Küste. Nicht nur für uns: Der erste von drei Parkplätzen ist bereits wieder gefüllt, auf den zweiten fahren gerade die ersten Busse.

Also schnell durchs Visitor Center (selbstredend finanziert von der Europäischen Union), Parken kostet hier übrigens gut 12 Euro pro Person, in etwa vergleichbar mit den Cliffs of Moher also.

Besucher auf dem Giants Causeway

Vom Visitor Center führt ein etwa 1,4 km langer Weg zum Giant’s Causeway hinab, dessen recht einzigartige, überwiegend sechseckige Basaltsäulen (60 Millionen Jahre alt) unabhängig vom Wetter großartige Fotomotive abgeben.

Küste nahe Giants Causeway

Auf dem Causeway verteilen sich die Besuchermassen erfreulicherweise recht gut, vielleicht traut sich auch der ein oder andere bei dem starken Wind nicht auf die glatten Steine, über die man doch ein wenig klettern muss.

Steine am Giants Causeway

Entsprechend nass sind wir dann auch auf dem Rückweg hinauf zum Visitor Center – vermutlich hätten wir unsere Regenhosen anziehen sollen, die wir uns extra gekauft und bisher kein einziges Mal anhatten.

Carrick-a-Rede: Die Insel

Carrick-a-Rede: Über die Hängebrücke

Etwas mehr Glück mit dem Wetter haben wir bei Carrick-a-Rede, einer kleinen Insel vor der Küste, die für ihre Hängebrücke bekannt ist, die über den Atlantik führt. Die Brücke wurde von Fischern erbaut, die auf der Insel besonders gute Angelplätze fanden, ist heute jedoch wohl eine reine Touristenattraktion.

Für 9 Euro pro Person darf man sein Auto hier auf dem Parkplatz (richtig: finanziert von der Europäischen Union) abstellen, bevor es erneut einen etwa 15-minütigen Weg hinab zum eigentlichen Ziel geht.

Hängebrücke von Carrick-a-Rede

Die Ausblicke entlang dieses Weges sind bereits recht sehenswert, aber natürlich ist die wackelige Hängebrücke das eigentliche Highlight – vor allem dank Wind ist das Schwanken der Planken unter den Füßen doch bestens spürbar.

Die kleine Insel selbst wäre sicher auch interessant, allerdings ist der Trail aufgrund der rutschigen Bedingungen leider gesperrt. Also schnell wieder zurück zum Auto, bevor die nächste Nebel- und Nieselwand herunterkommt.

Klippen an der Küste

Über Carrickfergus Castle nach Belfast

Wir hatten uns eigentlich noch ein paar weitere Ziele an Nordirlands Küste herausgesucht, doch angesichts der Wetterbedingungen belassen wir es bei diesen drei Stationen.

Carrickfergus Castle

Auf dem Weg nach Belfast legen wir nur noch einen kleinen Stopp kurz vor Nordirlands Hauptstadt in Carrickfergus ein, dessen gleichnamiges Castle an der Küste recht fotogen ist.

Nichts, das wir in den vergangenen gut zwei Wochen nicht schon gesehen hätten, aber den kurzen Besuch durchaus wert, auch dank Halloween-Schmuck.

Halloween im Castle

Danach schlängeln wir uns durch den Verkehr nach Belfast, wo wir ins Hampton Inn einchecken – ein so neues Hotel, dass Google Maps hier vom Satelliten aus noch einen Parkplatz wähnt und Google Street View eine Baustelle zeigt. Ob die sehr gute Unterkunft deshalb so günstig ist?

Anschließend drehen wir bereits eine kleine Runde durch Nordirlands Haupstadt, als kleine Einstimmung auf Belfasts Sehenswürdigkeiten morgen!

Strecke: 300 km, die längste Strecke und das im dichten Verkehr Nordirlands
Essen: zwei Sandwiches und ein paar Kekse in Belfast abends, reicht heute
Hotel: Hampton Inn, ganz neu, schön eingerichtet und in perfekter Lage

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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