Die Planung einer Rundreise durch ein einem noch fremdes Land ist immer ein kleines Abenteuer – wenn auch natürlich lange kein so großes mehr wie noch vor zwanzig Jahren: Das Internet mit seinen schier unerschöpflichen Infos und Angeboten nimmt einem doch vieles ab, im Guten wie im Schlechten.

Dennoch kann ein klassischer Reiseführer ergänzend zu den kostenlosen Websites online auch heute noch nützlich sein. Wir haben uns für die Planung unserer Irland-Rundreise etliche Internetseiten sowie Bücher angeschaut und sie miteinander verglichen.

Irland Reiseführer: Hier von Lonely Planet

Irland: Online-Reiseführer

Sucht man online nach Reiseführer Irland stößt man auf zahlreiche Angebote, bei denen es jedoch zu unterscheiden gilt, denn bei einigen handelt es sich lediglich um Webseiten, die einen Reiseführer in Buchform ergänzen oder bewerben sollen. Nicht schlecht, aber als alleinige Informationsquelle nur sehr bedingt bis überhaupt nicht tauglich.

Als sehr gute Anlaufstelle erweisen sich im Internet hingegen, wie so oft, Wikivoyage und Wikitravel, zwei Webseiten, die von einer Community gepflegt werden. Die optische Aufbereitung lässt hier und da zwar zu wünschen übrig, doch der Informationsgehalt ist im Großen und Ganzen enorm, zudem ist eine hohe Aktualität in der Regel gegeben. Der einzige Haken: Die englischsprachigen Seiten sind meistens deutlich ergiebiger als ihre Pendants in deutscher Sprache, brauchbares Englisch ist also hilfreich.

Ebenfalls eine gute Anlaufstelle könnte ireland.com sein, die offizielle Website der irischen Tourismusagentur, die neben allerlei Infos zu Städten, Sehenswürdigkeiten und der Anreise unter anderem auch Routenvorschläge bereithält.

Praktisch, allerdings gibt es zwei Haken: Zum einen funktionierte die Seite zum Zeitpunkt unseres Besuchs alles andere als einwandfrei (es fehlten unter anderem die Bilder), zum anderen ist eine Tourismusagentur naturgemäß bemüht, das Land in einem möglichst guten Licht erscheinen zu lassen. Eine realistische Einschätzung sollte man dort nicht erwarten.

Reiseführer Vergleich: Große Auswahl

Bücher im Vergleich

Mit anderen Worten: Auch wenn man im Internet wirklich Unmengen an Informationen zum Land findet, gestaltet sich die Reiseplanung allein damit doch ein wenig schwierig. Ob ein Reiseführer in Buchform das besser kann? Wir haben uns das jeweils aktuelle Exemplar von Baedeker, Lonely Planet sowie DuMont angeguckt und sind zu einer überraschend eindeutigen Antwort gekommen: Ja, sie können es besser.

Alle drei Werke bieten ähnlich viele Infos wie das Internet, teilweise sogar mehr, bereiten ihr Wissen jedoch für die Planung einer Individualreise deutlich besser auf. Zudem wirkten alle Bücher auf uns sehr aktuell und nah an der Realität – das ist eine Ausnahme bei Reiseführern, nicht die Regel!

Kleine Schwächen gibt es dennoch: Der Baedeker irritiert mit seiner alphabetischen Anordnung der Reiseziele, was zwar gut zum Nachschlagen, aber reichlich unpraktisch bei der Planung ist. Der Lonely Planet tut sich mit der Bewertung und Einordnung von Städten und Sehenswürdigkeiten etwas schwer, verkauft einem auch die hinterste Ecke als äußerst sehenswert. Und dem DuMont wiederum fehlen ein paar der Details, mit denen man im Lonely Planet überhäuft wird.

Doch all das sind zu vernachlässigende Kritikpunkte, weshalb wir alle drei Werke uneingeschränkt empfehlen können. Müssten wir uns für eins entscheiden, würden wir wohl zum Lonely Planet greifen.

So plant man richtig

Wenn man in Individualreisen nicht so geübt ist, stellt sich einem vielleicht die Frage, wie man bei der Planung am besten vorgeht und wie man die Informationen aus Webseiten und Reiseführern am besten miteinander in Verbindung bringt. Wo man sich welche Infos holen sollte, um das Beste aus beiden Welten zu bekommen, wenn man so will.

Wir würden die folgende Vorgehensweise nahelegen, mit der wir stets gute Erfahrungen gemacht haben:

1. Ziele aussuchen: Was genau wollen Sie eigentlich sehen? Hört sich ein bisschen blöd an, sollte jedoch natürlich am Anfang jeder Reiseplanung stehen, denn davon sind Route und Reisezeitraum maßgeblich abhängig. Einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten eines Landes findet man in jedem Reiseführer, im Detail kann man sie sich auf Fotos dann aber doch besser im Internet angucken – zum Beispiel mit einer einfachen Google-Bildersuche nach der jeweiligen Sehenswürdigkeit.

2. Route festlegen: Hierfür sind das Internet und Google Maps erste Wahl. Wo man früher Karten wälzen und Routen ausmessen musste, trägt man heute einfach seine Ziele online in eine Suchmaske ein und, schwupps, werden einem nicht nur alle möglichen Streckenoptionen, sondern in der Regel auch Sperrungen, Mautgebühren und vieles mehr angezeigt. Die Planung damit könnte kaum einfacher sein.

3. Buchen: Viele Urlauber schwören bei der Hotelbuchung noch immer auf die Empfehlungen aus Reiseführern – leider. Denn in der Realität dürfte es wohl kaum einen Autor geben, der jedes Jahr ein paar hundert Hotels abklappert, um zu überprüfen, ob all die empfohlenen Unterkünfte auch tatsächlich noch ihr Geld wert sind. Gleiches gilt übrigens für Restaurants.

Sowohl für Hotels als auch Lokale ist es daher deutlich sinnvoller, ein Vergleichsportal wie TripAdvisor oder auch Booking.com zu nutzen, auf dem man stets aktuelle und echte Bewertungen von anderen Urlaubern findet – und deren Mittelwert viel aussagekräftiger ist als die Empfehlung jedes Autors.

Ebenfalls online bucht man selbstverständlich Flüge und Mietwagen.

4. Aktuelle Infos: Schließlich, sobald die Reise ansteht, versorgt man sich wiederum über das Internet mit aktuellen Infos. Dann jedoch nicht von Reise- oder Vergleichsportalen, sondern direkt auf den Seiten der Sehenswürdigkeiten und Ziele, die man ansteuern will – denn nur dort findet man wirklich aktuell alles Wissenswert rund um Öffnungszeiten, besondere Events & Co.

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Bildnachweis: NeilRickards, The Wandering Angel (CC-BY-2.0)

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