Wahrscheinlich ist nichts bei der Planung einer Rundreise so schwierig wie das Finden der Route, das ist auch in Irland nichts anders. Wo soll man wie viel Zeit verbringen? Welche Sehenswürdigkeiten sind einen längeren Aufenthalt oder sogar einen weiten Umweg wert und an welchen kann man bedenkenlos vorbeifahren? Wie schnell ist man auf den irischen Straßen eigentlich tatsächlich unterwegs?

Und das sind nur einige der Fragen, die man sich bei der Routenplanung stellen kann und muss…

Route für Irland: Der Ring of Kerry darf nicht fehlen!

Routenplanung für Irland

Bei unseren Rundreisen in anderen Ländern, wie etwa im Südwesten der USA, haben wir die Erfahrung gemacht, dass im Schnitt zwischen 200 bis 250 km pro Tag einen guten Kompromiss darstellen. Einen guten Kompromiss zwischen „im Auto sitzen“ und „das Land erkunden“ sowie zwischen „tatsächlich etwas sehen“ und „sich an einem Ort nicht langweilen“, versteht sich.

Gerade Letzteres ist stets ein schwieriger Spagat, denn die Versuchung ist groß, alle vermeintlich wichtigen Sehenswürdigkeiten auf einer Reise sehen zu wollen und dadurch nicht genügend Zeit zu haben, das Gesehene wirklich aufzunehmen. Und weil Irland ein etwas anderes Land ist als die USA, in dem die Städte und National Parks doch sehr weit auseinander liegen können, haben wir uns vorgenommen, hier doch etwas weniger als die genannten 200 bis 250 km pro Tag anzupeilen.

Die zweitgrößte Schwierigkeit liegt in der Regel darin, sinnvolle Zwischenstopps für die Übernachtungen zu finden, was sich in Irland jedoch als überraschend einfach herausstellte, da selbst das kleinste Dorf mindestens über ein, zwei Bed & Breakfasts verfügt, wenn nicht sogar über mehrere Hotels.

So grün und naturbelassen die Insel teilweise auch erscheinen mag, die touristische Infrastruktur wirkt erstaunlich gut ausgebaut.

Unsere Route

Letzten Endes beeinflussten dann zwei Gesichtspunkte maßgeblich die Route für unsere Rundreise durch Irland: Zum einen wollten wir knapp drei Wochen Zeit auf der Insel verbringen und in diesem Zeitraum natürlich viel Interessantes sehen. Zum anderen erschien es uns sinnvoll und möglich, Irland in diesen drei Wochen einmal komplett zu umrunden, also auch Nordirland anzusteuern, dafür gegebenenfalls das ein oder andere Ziel im Landesinneren oder im Nordwesten auszulassen.

Darüber hinaus stand Dublin aufgrund des Fluges als Start und Ende unserer Reise fest. Nach langen, umfangreichen Überlegungen kamen wir dann schlussendlich zu unserer Route mit den folgenden Stationen:

Dublin bis Bray
In Dublin angekommen, übernehmen wir unseren Mietwagen und fahren dann bis nach Bray weiter, etwa 50 km südlich der Hauptstadt gelegen. Einziges Ziel entlang der Strecke ist hier das Killruddery House mit seinen Gärten.

Bray bis Enniscorthy
Der erste richtige Urlaubstag beginnt auf dem Powerscourt-Anwesen und führt uns dann durch das Gebirge mit seinen hoffentlich schönen Ausblicken nach Glendalough.

Enniscorthy bis Kilkenny
Einer der vollsten Tage und vermutlich der, über den wir am meisten nachgedacht haben. Wollen wir Wexford und Waterford sehen? Lohnt sich die Strecke bis zum Hook Lighthouse? Unter anderem stehen hier Tintern Abbey, Duncannon, Jerpoint Abbey und die Sehenswürdigkeiten in Kilkenny auf dem Programm.

Kilkenny bis Cork
Über den Rock of Cashel und ein paar Viewpoints in den Bergen geht es an diesem Tag nach Cork, dem wir dann ab dem frühen Nachmittag hoffentlich ausreichend Zeit widmen.

Cork bis Kenmare
Der Ring of Beara soll dem King of Kerry in wenig nachstehen, deshalb steht heute diese Runde auf dem Programm, die in Kenmare endet. Darüber hinaus ist lediglich ein Stopp an Blarney Castle geplant.

Kenmare bis Killarney
Dieser kurze Abschnitt steht ganz im Zeichen des Killarney National Parks und seiner Sehenswürdigkeiten, wozu unter anderem Muckross House, Ross Castle und selbstredend diverse Aussichtspunkte zählen.

Killarney bis Ennis
Hier steht dann der schon angesprochene Ring of Kerry auf dem Programm. Innisfallen Island, Derrynane und Valentia Island sind nur einige Ziele entlang dieser Route.

Ennis bis Galway
Ein weiterer Tag, über den wir viel gegrübelt haben, weil hier ursprünglich mehr Zeit für die einzelnen Abschnitt eingeplant war. Letzten Endes haben wir uns dann aber dafür entschieden, vor allem den Cliffs of Moher sowie The Burren viel Aufmerksamkeit zu widmen.

Darauf folgt Galway, eine der schönsten Städte Irlands und für gleich mehrere Tage unsere „Basis“. Neben den Sehenswürdigkeiten der Stadt selbst unternehmen wir jeweils einen Tagesausflug zu den Aran Islands sowie zu Clonmacnoise, das sich etwas weiter im Landesinneren befindet.

Galway bis Enniskillen
Schwerpunkt hier ist der tolle Connemara National Park, darüber hinaus werden Aughnanure Castle und Kylemore Abbey angesteuert. Wandern ist ebenfalls eingeplant, ein Stück weit aber von Zeit und Wetter abhängig, bevor wir am Ende des Tages Nordirland erreichen.

Enniskillen bis Belfast
Über die Causeway Coastal Route, Teile davon unter anderem bekannt aus Harry Potter und Game of Thrones, geht es nach Belfast, wo wir knapp zwei Tage verbringen, um beispielsweise dem Titanic-Museum einen langen Besuch abstatten zu können.

Belfast bis Dublin
Mit ein, zwei kleineren Stopps endet unsere Route nach etwa drei Wochen schließlich in Dublin, wo wir diese Rundreise mit den Sehenswürdigkeiten der Stadt entspannt ausklingen lassen.

Routenplanung Irland: Donegal bleibt außen vor!

Überlegungen

Die größte Auslassung hierbei ist wahrscheinlich County Donegal ganz im Nordwesten von Irland, in dem man neben dem Glenveagh National Park auch noch viele fast unberührte Ecken finden soll. Doch, wie bereits erwähnt, man kann eben einfach nicht alles sehen, sondern muss stets abwägen – und da wir zuvor schon sehr viel Zeit an der Küste sowie in (zumindest Fotos nach) vergleichbaren Gebieten verbringen, ist auf Donegal zusammen mit ein paar kleineren Zielen vor allem in Nordirland für uns am leichtesten zu verzichten.

Variationen dieser Route sind natürlich zahlreich möglich. Die wohl sinnvollste wäre, wenn nur knapp zwei Wochen Zeit zur Verfügung stehen, die Abkürzung von Galway über Clonmacnoise nach Dublin, so dass man die südliche Hälfte Irlands einmal umrunden würde. Bei einer etwaigen zweiten Rundreise könnte man sich dann die nördliche Hälfte, inklusive Donegal, in der gebotenen Ruhe vornehmen.

Weitere Alternativen sind denkbar, wären jedoch mit recht großen Auslassungen unterwegs verbunden, so dass man bei einem möglichen weiteren Besuch unter Umständen zumindest in Teilen die gleiche Strecke fahren müsste – weshalb die Einteilung in Norden und Süden die bessere Wahl darstellen dürfte.

Bildnachweis: Sergio, Maureen (CC-BY-2.0)

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