Zugegeben: Mit dem Mietwagen auf eigene Faust Irland zu erkunden, das mag nicht jedermanns Sache sein. Nicht, weil die Straßen schlecht wären oder die Iren besonders schlecht fahren würden – im Gegenteil -, sondern da man in Irland wie auch in England, Schottland oder Nordirland natürlich links fährt.

Überwindet man jedoch die Zweifel und wagt sich selbst ans Steuer, möchte man wahrscheinlich einen möglichst guten Mietwagen bekommen. Dabei lohnt sich der Online-Preisvergleich und das Beachten einiger simpler Tipps, um nicht nur ein ordentliches Fahrzeug, sondern auch einen fairen Preis zu ergattern…

Mietwagen Irland: Linksverkehr ist gar nicht so schwierig

Die Angst vor dem Linksverkehr

Das vielleicht wichtigste gleich vorweg: Die Sache mit dem Linksverkehr ist gar nicht so schwierig. Wir hatten unser erstes Erlebnis mit der „falschen“ Fahrbahn vor etlichen Jahren nicht im Vereinigten Königreich, sondern in Malaysia, und hatten uns innerhalb eines Tages an das zunächst so irritierende wirkende Fahren gewöhnt.

Wenn man ehrlich ist, fährt man als Mitteleuropäer auf der linken Seite vermutlich sogar besser, weil man einfach wachsamer und umsichtiger ist, um auch ja keinen Fehler zu machen.

Die häufig befürchtete Gefahr, aus Versehen rechts zu fahren, ist in der Realität sehr gering. Zum einen, weil man im Mietauto als Fahrer naturgemäß auf der rechten Seite sitzt, also ständig daran erinnert wird, dass hier alles ein bisschen anders ist. Zum anderen, weil man in den Innenstädten ohnehin fast immer andere Autos vor sich hat, denen man im Grunde nur nachfahren muss.

Natürlich hilft es, einen aufmerksamen Beifahrer an seiner Seite zu haben, der vor allem am ersten Tag mit darauf achtet, dass man keinen Fehler macht, und der einem das Kartenlesen abnimmt, so dass man sich allein aufs Fahren konzentrieren kann.

Doch selbst dann, wenn das nicht der Fall ist: Das Risiko des Autofahrens in Irland ist sehr gering. Oder wie oft haben Sie schon von Unfällen von Touristen im Ausland gehört, die auf der falschen Straßenseite gefahren sind? Eben!

Wenn der Linksverkehr überhaupt eine Gefahr darstellt, dann eher für Fußgänger, da man als solcher beim Überqueren der Straße instinktiv zunächst in die falsche Richtung schaut – und dann womöglich die von rechts kommenden Autos nicht sieht.

Mietautos im Preisvergleich
(Screenshot: Billiger-Mietwagen)

Mietwagen-Preisvergleich für Irland

Nach diesem kleinen Ausflug zum Thema Linksverkehr nun aber zurück zu Mietwagen in Irland und wie man dort ein preiswertes Auto findet. Die Vorrede erfüllte über die beruhigenden Worte hinweg jedoch einen Sinn, denn in Irland gibt es einige wenige Mietwagenverleihe, die extra für Touristen auch Autos mit einem Automatikgetriebe anbieten – was gut und gerne 100 Euro zusätzlich die Woche kostet, obwohl die Fahrzeuge davon abgesehen identisch sind. Unser Rat: Sparen Sie diese Zusatzkosten, das Geld ist es nicht wert!

Um einen möglichst billigen Mietwagen in Irland zu finden, nutzt man heutzutage natürlich einen ganz einfachen, jedoch äußerst komfortablen Online-Preisvergleich. Dort muss man nur wenige Daten in die Suchmaske eingeben, um das beste Auto für sich zu finden: Abholstation (in der Regel der Flughafen, an dem man ankommt, also meistens „DUB“ für Dublin), Abholtag und Rückgabetag.

Sind diese Daten abgeschickt, erhält man bereits eine Übersicht unzähliger Angebote, die man nun noch weiter filtern sollte, um einen wirklich passenden Mietwagen zu erhalten. Zu beachten ist dabei:

1. Die Fahrzeuggröße: Irland ist kein Land wie, sagen wir, die USA, in dem man sich stundenlang und überwiegend auf breiten Straßen bewegt, weshalb das Auto nicht zu groß sein sollte. Wichtiger als der Innenraum ist im Grunde der Kofferraum, der natürlich ausreichend Platz für das Gepäck aller Mitreisenden bieten muss.

Hat man einen großen Koffer und einen kleinen Koffer, ist ein Fahrzeug der Kompaktklasse meistens ausreichend, mit mehr Gepäck sollte man zur Mitteklasse bzw. einem Familienwagen greifen. Kleinere Autos sind natürlich meistens billiger als größere und verbrauchen einen Tick weniger Benzin.

2. Die Zusatzangebot: Braucht man in Zeiten des Smartphones und günstiger Karten-Apps wirklich noch ein Navi für 10 bis 20 Euro pro Tag? Wir denken: Nein. Tatsächlich benötigt man neben etwaigen Zusatzfahrern eigentlich nur eine faire Tankregelung (am besten ist „full / full“, also vollgetankt übernehmen, vollgetankt wieder abgeben) sowie eine Vollkasko-Versicherung ohne Selbstbeteiligung. Zusatzversicherungen, etwa für das Gepäck, sind in der Regel nicht zu empfehlen.

3. Die Nordirland-Frage: Wollen Sie nicht nur nach Irland, sondern auch nach Nordirland fahren, empfiehlt es sich, das Kleingedruckte im Mietwagenvertrag zu lesen, denn nicht bei allen Anbietern ist es erlaubt, kostenlos ins Vereinigte Königreich zu fahren. Möglich war das zum Zeitpunkt unserer Buchung im Sommer 2016 unter anderem bei Enterprise.

4. Der Mietwagenanbieter: Davon abgesehen spielt die Auswahl des Anbieters jedoch keine große Rolle, denn die Fahrzeuge unterscheiden sich pauschal von Verleih zu Verleih nur geringfügig; Glück oder Pech kann man überall haben. Persönlich abraten möchten wir aus langjähriger Erfahrung nur von einem weltweit bekannten Mietwagenverleih, der mit einem „H“ beginnt…

Wer ein Vergleichsportal nutzt, bucht übrigens meistens nicht direkt beim Mietwagenanbieter vor Ort, sondern über einen Vermittler in seinem Heimatland. Anders als bei Flugbuchungen stellt das allerdings kein Problem dar; es ist aufgrund der Versicherungsbedingungen häufig sogar die bessere Wahl. Um zu erkennen, wo man seinen Mietwagen dann am Flughafen tatsächlich abholen muss, ist unter Umständen ein Blick ins Kleingedruckte notwendig.

Ein letzter Tipp: Mietwagenanbieter rechnen stets in vollen Tagen. Wenn Sie Ihr Auto um 14:00 Uhr übernehmen, sollten Sie es also auch spätestens um 14:00 Uhr abgeben und nicht etwa um 15:00 Uhr – sonst zahlen Sie einen kompletten Tag extra.

Was keine Rolle spielt

Abschließend sei noch festgehalten, dass es bei der Buchung eines Mietautos nahezu irrelevant ist, wann man seine Buchung tätigt. Denn die Preise schwanken im Euro-Raum (anders als außerhalb, wo auch Währungsschwankungen einfließen) von Tag zu Tag und Woche zu Woche nur minimal.

Eine Ausnahme dieser Regel gilt lediglich, wenn man extrem kurzfristig bucht – zwischen Buchung und Übernahme also deutlich weniger als ein Monat Zeit liegt.

Bildnachweis: Mic (CC-BY-2.0)

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