Irland Reisekosten

Was man 2019 für Flüge, Mietwagen und Hotels kalkulieren muss

Irland ist nicht das günstigste Reiseziel Europas, daran besteht wohl kein Zweifel: Die Hotels sind vor allem in der Hauptsaison nicht billig und auch im Supermarkt gibt man deutlich mehr Geld aus als in Deutschland, Österreich und vielen anderen Ländern Europas. Zu Beginn der Urlaubsplanung ist eine Kalkulation der Reisekosten für Irland daher durchaus sinnvoll – zumal es auch die ein oder andere Möglichkeit gibt, sowohl vorab als auch unterwegs ein paar Euro und Pfund zu sparen…

Reisekosten für Irland 2019

Grundsätzlich fallen bei einem individuell geplanten und gebuchten Urlaub natürlich die gleichen Positionen an wie auch bei anderen Rundreisen: Flüge, Mietwagen, Hotels, Verpflegung und Eintritte wollen bezahlt werden. Den größten Kostenpunkt nehmen dabei zweifellos die Hotels ein – insbesondere für Familien, die mit mehr als drei Personen verreisen. Aber der Reihe nach!

Kaffee bei Ryanair

1. Die Flüge
Die Suche nach einem günstigen Flug steht üblicherweise am Anfang der Reiseplanung. Von Deutschland aus kann man derzeit mit Ryanair, Lufthansa, Aer Lingus und Eurowings nonstop nach Dublin fliegen, aus der Schweiz zudem mit Swiss. Ryanair ist – wie so oft – am billigsten, allerdings sind die preislichen Unterschiede zu Lufthansa und Aer Lingus häufig sehr gering. Allein von Eurowings würden wir aus eigener Erfahrung abraten.

Bei frühzeitiger Buchung sind Flüge inklusive Sitzplätzen und Gepäck ab etwa 125 Euro pro Person zu bekommen. Bucht man kurzfristiger, ist mit 200-250 Euro pro Person zu rechnen. Neben der Buchungszeit bestimmt, wie immer, vor allem der Flugtermin über die zu erwartenden Kosten: Von Juni bis August zahlt man üblicherweise deutlich mehr als im April, Mai, September oder Oktober.

Eine pauschale Angabe ist aufgrund der doch sehr variablen Preise schwer abzugeben, weshalb wir für unsere Beispielrechnung der Reisekosten einen groben Mittelwert von 175 Euro pro Person wählen wollen.

M50 Autobahn bei Dublin

2. Der Mietwagen
Die Kosten für einen Mietwagen sind in erster Linie nicht von der Buchungs- oder Reisezeit, sondern von der Größe des Fahrzeugs abhängig: Für einen Mittelklasse-PKW, der für eine Familie mit bis zu vier Personen im Normalfall ausreicht, sollte man inklusive Vollkaskoversicherung etwa 100-125 Euro pro Woche einkalkulieren.

Ein Kombi ist mit gut 150 Euro die Woche nicht viel teurer, jedoch nur empfehlenswert, wenn man mit wirklich viel Gepäck reist – auf Irlands engen Straßen freut man sich über jeden fehlenden Zentimeter Breite.

Ein kleines Aber gibt es allerdings: Wer sich in den Linksverkehr lieber mit einem Automatikgetriebe wagen möchte (was unserer Erfahrung nach sinnvoll ist), der zahlt einen recht heftigen Aufschlag: 150 Euro pro Woche wird dann für die Kompaktklasse fällig, die Mittel- und Familienklasse schlägt mit 225-275 Euro die Woche zu Buche.

Für unsere Beispielrechnung wählen wir daher 175 Euro pro Woche als Mittelwert – es geht aber sowohl etwas billiger als auch ein wenig teurer. Hinzu kommen Dieselkosten von, bei einer typischen Rundreise, knapp 100 Euro pro Woche.

Hotels in Irland

3. Die Hotels
Kommen wir zum größten Kostenpunkt: den Übernachtungen. Vor allem in der Hauptsaison lässt man sich die Betten in Irland gut bezahlen – und zwar sowohl in den großen Städten als auch in den Dörfern, in denen man unterwegs auf seiner Rundreise häufig nächtigen mag.

Grob kann man folgende Hotelkategorien und Preisklassen unterscheiden:

a) Bed & Breakfast in Dörfern & Kleinstädten: Gibt es in der Hauptsaison ab etwa 80-100 Euro die Nacht, in der Nebensaison muss man mit 50-80 Euro rechnen. Billiger geht es bis auf wenige Ausnahmen höchstens dann, wenn man auf ein eigenes Bad oder gar ein eigenes Zimmer verzichtet, also mit anderen in einem Raum schläft.

Qualitativ sind die Zimmer in vielen Bed & Breakfasts in Ordnung, wenn auch überwiegend sehr klein und „Komfort“ wie einen Fernseher findet man nicht überall. Für ein paar Nächte oder mit sehr kleinem Budget dennoch eine gute Option.

b) Hotels in Dörfern & Kleinstädten: Hotels lohnen sich im Grund erst ab der 3-Sterne-Kategorie, darunter ist man mit Bed & Breakfast qualitativ meistens besser bedient. Drei Sterne in Irland entsprechen in etwa drei Sternen in Spanien, Italien oder Griechenland, sprich: Das Gebotene ist in Ordnung, aber üblicherweise nicht unbedingt hochwertig. Für diese Kategorie muss man in der Hauptsaison mit im Schnitt 125-175 Euro pro Zimmer rechnen, in der Nebensaison kann man für 80-125 Euro meistens etwas Zufriedenstellendes finden.

c) Unterkünfte in Belfast & Dublin: Deutlich teurer wird es, sowohl bei Bed & Breakfast als auch bei Hotels, in Belfast sowie Dublin. Insbesondere für die irische Hauptstadt darf man selbst in der Nebensaison nicht knausrig sein; brauchbare Doppelzimmer in akzeptabler Lage bewegen sich preislich auf einem ähnliche Niveau wie San Francisco: 200-300 Euro die Nacht. Vor allem für Familien, die ab vier Mitreisenden fast immer zwei Zimmer benötigen, ist das happig.

Für unsere Beispielrechnung der Reisekosten für Irland setzen wir 150 Euro pro Nacht an. Mit Bad & Breakfast sowie in der Nebensaison kann es billiger sein, in der Hauptsaison und vor allem für Familien aber auch deutlich teurer.

Dunnes Supermarkt in Irland

4. Die Verpflegung
Die Imbiss- und Restaurantpreise sind in etwa mit den Preisen in Mitteleuropa vergleichbar: Eine große, gute Portion Fish’n’Chips, einen frischen Burger oder eine Pizza gibt es für 10-15 Euro, bei Fast-Food-Ketten kann man auch für 7-8 Euro pro Person schon satt werden. Wer Fleisch – insbesondere Steak – essen möchte, muss mit 20-25 Euro pro Mahlzeit rechnen. Softdrinks wie Cola, Fanta und Sprite kosten um die 3 Euro, ein kleines Bier gibt es in vielen Fällen erst ab 5 Euro.

Für zusätzliche Verpflegung wie Getränke und Snacks unterwegs sollte man weitere 5-10 Euro pro Person und Tag einplanen – selbst wenn man sie im Supermarkt einkauft. Insgesamt bedeutet das, grob gerechnet, mindestens 20 Euro pro Person und Tag.

Grand Opera House

5. Die Eintritte
Die irischen Eintrittspreise bewegen sich überwiegend auf einem durchschnittlichen Niveau: Der Besuch eines Museums kostet 10-20 Euro pro Person, „Ruinen“ schlagen mehrheitlich mit 5-10 Euro pro Person zu Buche, der Eintritt für Kirchen liegt bei 2 bis 7 Euro pro Person. Sehenswürdigkeiten in der Natur wie die Cliffs of Moher oder der Giant’s Causeway in Nordirland sind ebenfalls nicht kostenlos; 8-20 Euro pro Person sind einzukalkulieren.

Einen genauen Schnitt zu errechnen, fällt daher schwer; grundsätzlich sind 15 Euro pro Person und Tag jedoch nicht untertrieben.

Bunte Häuser in Dingle

Beispielrechnung für zwei Wochen

Zusammengerechnet bedeutet das: Zwei Personen sollten für eine zweiwöchige Rundreise mit einem Mietwagen etwa 3750 Euro einkalkulieren – 350 Euro für die Flüge, 350 Euro für den Mietwagen, 200 Euro fürs Benzin, 2100 Euro für die Hotels, 300 Euro für die Verpflegung, 200 Euro für die Eintritte und 250 Euro als „Puffer“ bzw. für kleine Einkäufe.

Deutlich teurer wird es für ein Elternpaar mit zwei Jugendlichen; sie zahlen für zwei Wochen etwa 6500 Euro: 700 Euro für die Flüge, 500 Euro für den Mietwagen, 250 Euro fürs Benzin, 4200 Euro für die Hotels, 600 Euro für die Verpflegung, 300 Euro für die (teils ermäßigten) Eintritte und 350 Euro als Puffer.

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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