Ring of Kerry & Killarney

Vom National Park bis zum Gap of Dunloe

Bisher hatten wir Glück mit unserem Reisewetter, doch irgendwann muss ja mal ein Tag kommen, an dem das Wetter nicht so passt. Dieser Tag ist ausgerechnet heute, an dem wir über den Ring of Kerry fahren, die wohl bekannteste Küstenstraße des Landes.

Dabei scheint sich der Himmel morgens nach dem Aufstehen in Kenmare gar nicht mal von seiner schlechtesten Seite zu zeigen: Es ist bewölkt, aber seine Schleusen hat er noch nicht geöffnet und eigentlich sieht es auch nicht danach aus. Eigentlich…

Ausblick am Ring of Kerry

Zu wirklichem Regen kommt es dann tatsächlich nicht, doch das ist vermutlich das Problem, denn mit Regen würden wir klarkommen – nicht jedoch mit dem dichten Nebel, der sich über die Küste und damit über all das legt, was den Ring of Kerry so sehenswert machen soll: Seine Ausblicke.

Um das Ganze ein wenig abzukürzen: Wir fahren die Strecke natürlich trotzdem, stoppen unter anderem am über 2000 Jahre alten Staigue Fort:

Staigue Fort

Am Derrynane Beach:

Derrynane Beach

Auf Valentia Island, wo wir den Bray Head Hike wagen:

Bray Head Walk in Nebel

Und in Cahersiveen, einem der wenigen wirklich schönen Küstenörtchen:

Geschäfte in Cahersiveen

Doch die meiste Zeit verbringen wir an diesem Tag am wenigsten schönsten Ort: Im Auto.

Auto neben Viewpoint am Ring of Kerry

Also schnell weiter nach Killarney, Ausgangspunkt für den nächsten Abschnitt unserer Rundreise.

Killarney Town Hall

Killarney

Was uns an Irland bisher wirklich überrascht, sind diese Besuchermassen. Gut, wir klappern auch in erster Linie die typischen touristischen Ziele ab, aber wir haben beinahe Ende Oktober, schon ziemlich Nebensaison, sollte man meinen…

… und trotzdem kommt man bei einem Spaziergang über Killarneys High und Main Street kaum voran, jedes Restaurant ist brechend voll, die Autos stehen Schlange, die Parkplätze sind überfüllt. Wie um alles in der Welt mag das erst im Sommer aussehen?

Zusätzlich findet gerade auch noch das Kerry Film Festival statt, dessen Filme offenbar in der Kirche neben unserem Hotel vorgeführt werden. Aber die Reisebusse, die schon früh morgens beladen werden, sind wohl nicht wegen des Filmfestivals hier.

Torc Mountain Red Route

Torc Mountain Walk (Red Route)

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir die Busse und ihre Insassen unterwegs wiedersehen, recht gering, denn als erstes steht für uns nun der Torc Mountain Walk auf dem Programm, eine angeblich zweieinhalb Stunden lange Wanderung, die den Bustouristen dann doch zu lang sein dürfte.

Vom The Ross Hotel aus – nett, aber erstaunlich warm da drinnen -, geht es gut zehn Minuten über den Ring of Kerry nach Süden, wo eine kleine Straße zum „Hiking Parking Lot“ abzweigt. Auf dem stehen bereits zwei PKW, die wohl morgendlichen Joggern gehören.

Wir werfen einen kurzen Blick gen Himmel, denn Wolken und Nebel hängen noch in den Bergen der Umgebung, aber insgesamt sieht das Wetter doch deutlich besser aus als an der Küste und so machen wir uns optimistisch auf den Weg.

Torc Mountrain Trail Ausblick

Zunächst geht es gut fünfzehn Minuten vom Parkplatz aus bergab zum großen See hinunter, dann nicht ganz eine halbe Stunde an dessen Ufer entlang und zum Schluss knapp eine Stunde bergauf… und bergauf… und bergauf.

250 Höhenmeter sind zu überwinden und das am Stück über steinige, recht rutschige Stufen. Das Wetter spielt allerdings einigermaßen mit und so sind die gebotenen Ausblicke den Aufwand für uns wert.

Wolken im Killarney National Park

Klitschnass sind wir am Ende dennoch, allerdings unter der Jacke. Tatsächlich haben wir nur etwas mehr als anderthalb Stunden gebraucht – und wurden unterwegs dennoch von mehreren älteren Damen in trägerlosen T-Shirts überholt, die den Trail mutmaßlich jedes Wochenende als kleinen Frühsport zum Aufwärmen machen.

Gap of Dunloe

Lady’s View, Moll’s Gap & Gap of Dunloe

Wie so oft, sind wir froh, nach der langen Wanderung erst einmal ein wenig sitzen zu können; die nächsten gut anderthalb Stunden verbringen wir überwiegend im Auto mit einer Fahrt um den See herum.

Erster Stopp ist Lady’s View, ein netter Aussichtspunkt mit Gift Shop und Café:

Ladys View in Killarney

Zweiter Stopp ist Moll’s Gap, ein netter Aussichtspunkt mit Gift Shop und Café:

Restaurant bei Moll's Gap

Dritter Stopp ist… kein Stopp, sondern der Gap of Dunloe, eine atemraubende Straße mit zahlreichen grandiosen Ausblicken, auch wenn für uns die Straße an sich das eigentliche Highlight ist. Wir haben schon viele enge Straßen gesehen, doch eine derart verschlungene ist uns noch nicht untergekommen.

Straße im Gap of Dunloe

Besonders lustig wird es jedes Mal, wenn einem ein Auto oder – noch besser – eine Pferdekutsche entgegenkommt, Letztere weichen aus Prinzip nicht aus, sondern erwarten stets optimistisch, dass man ihnen umgehend und überall Platz macht. Der Angestellte der Mietwagenfirma wusste schon, warum er uns dafür gelobt hat, Vollkasko zu nehmen…

Interessanterweise kommen uns am Gap of Dunloe auch dutzende Radfahrer und Wanderer entgegen, teilweise sogar mit Kinderwagen. Wie, und vor allem warum, man einen Kinderwagen mehrere hundert Meter eine enge Straße hinaufschiebt? Keinen blassen Schimmer.

Ross Castle

Spaziergang zu Ross Castle

Am frühen Nachmittag sind wir wieder zurück in Killarney, erstaunlicherweise scheint die Sonne und es sind 17° C (der Wetterbericht war da etwas pessimistischer), also entscheiden wir uns zum Auslaufen noch für einen kleinen Spaziergang zu Ross Castle.

Der Weg dorthin startet fast direkt vor unserem Hotel und führt durch eine schöne, riesige, abwechslungsreiche Parkanlage, in der sich etliche weitere Häuser und Gärten befinden. Außerdem kann man an zwei Pieren mit Booten auf den See hinausfahren, um kleine Inseln wie Innisfallen Island zu besuchen.

Bei noch etwas besserem beziehungsweise zuverlässigerem Wetter wäre das für uns auch eine Option gewesen, so belassen wir es aber bei dem schönen, gut zweistündigen Spaziergang zu Ross Castle und zurück. Den Besuch der Schlossruine selbst sparen wir uns heute mal.

Fish'n'Chips in Killarney

Zurück im Stadtzentrum setzen wir uns in die selbst nachmittags brechend volle Quinlan’s Seafood Bar, ein Fisch-Restaurant, in dem wir mal wieder Fish’n’Chips bestellen – einmal Haddock (Schellfisch), einmal Cod (Kabeljau). Ist schon erstaunlich, wie unterschiedlich eine so simple Mahlzeit von Lokal zu Lokal schmecken kann; wie bereits in Cork sind wir vom Fisch begeistert.

Nach einem letzten kleinen Rundgang durch Killarney ziehen wir ins Hotel zurück, um uns zu erholen und den morgigen Tag zu planen, an dem es über Dingle und Bunratty Castle bis Kilrush gehen soll und bei dem wir uns doch noch ziemlich unsicher sind, was genau wir eigentlich machen wollen.

Strecke: 175 km + 75 km, der Gap of Dunloe war das Highlight
Essen: Fish’n’Chips bei Quinlan’s Seafood Bar, vielleicht die besten bisher
Hotel: The Ross, schön und gut gelegen, aber die Heizung könnte man mal runterdrehen

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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