Rock of Cashel & Cork

Ein nebliger Morgen

So sehr uns Irland auch gefällt, mit dem hiesigen Frühstück werden wir bisher nicht so recht warm: Am ersten Tag gab’s vor neun Uhr überhaupt nichts zu essen, gestern war die Auswahl am Büffet mehr als dürftig und heute, im riesigen und eigentlich sehr schönen Langton House… sieht es noch ärmer aus.

Langton House Frühstück

Das Büffet besteht aus Joghurt, ein paar Äpfeln und Orangen-Marmelade, dazu dürfen ein warmes Gericht bestellen: Von zwei Eiern über Waffeln bis hin zum „Full Irish Breakfast“ mit Blutwurst und weichem Bacon – selbst Toast muss geordert werden.

Wir entscheiden uns für zwei Spiegeleier und ein „Colombian Breakfast“ mit ein bisschen Avocado und zwei, drei Kirschtomaten. Sieht hübsch aus, aber berauschend schmeckt das Ganze nicht. Gut, dass wir noch ein Kekse und Cracker im Auto rumfliegen haben.

Rock of Cashel im Nebel

Rock of Cashel im Nebel

Gegen acht Uhr sind wir dann schon wieder unterwegs und steuern den Rock of Cashel an, unser erstes Ziel für den heutigen Tag. Bei bestem Wetter geht es zunächst über ein paar ordentliche Landstraßen gen Westen, wo wir auf die M8 stoßen, unsere erste Autobahn seit Dublin. Die erlaubt sogar 120 km/h und ist wirklich angenehm zu befahren, auch wenn wir uns inzwischen doch auch an die engeren Straßen gewöhnt haben.

Der kleine Haken: Als wir uns Cashel nähern, zieht plötzlich so dichter Nebel auf, dass man kaum mehr als 50 m weit sehen kann. Wie schaltet man bei dem Mietwagen wohl die Nebelleuchte ein? Ganz so schlimm wird’s dann zum Glück doch nicht und so ein bisschen Nebel macht sich auf Fotos ohnehin gar nicht schlecht.

Ruinen der Kathedrale

Der Rock of Cashel ist eines der wichtigsten Wahrzeichen Irlands und blickt, wie so vieles in diesem Land, auf eine etwas konfuse Geschichte zurück.

Das älteste Gebäude (mal wieder ein ominöser Roundtower) wurde entweder im 9. oder im 12. Jahrhundert erbaut, später gesellten sich Kapelle, Kathedrale und Türme dazu, mal gehörte das Grundstück einem König, dann der Kirche und irgendwann entschied man sich, das Ganze einfach zu zerlegen und zerfallen zu lassen, um andernorts eine neue Kathedrale zu errichten.

Friedhof von Cashel

Die verbliebenen Überreste können sich jedoch sehen lassen, sowohl aus der Nähe als auch aus der Ferne macht der Rock of Cashel eine gute Figur.

Als imposant empfinden wir vor allem die Überreste der gewaltig wirkenden Kathedrale, aber auch die verschnörkelten Wände und die Kreuze auf dem Friedhof geben mal wieder schöne Fotomotive her.

Fluss in Cork

Rundgang durch Cork

Ursprünglich hatten wir für heute noch einen Abstecher zu „The Vee“ geplant, einem Aussichtspunkt auf einem kleinen Bergpass, aber ob man dort oben bei Nebel überhaupt etwas von der Landschaft sieht? Da wir gestern auch mehr Zeit als erwartet in Kilkenny verbracht haben, entscheiden wir uns, direkt nach Cork weiterzufahren, auch wenn wir dann schon um 11 Uhr dort ankommen.

Wir stellen unser Auto am etwas abseits des Zentrums gelegenen Montenotte Hotels ab, dessen Parkplatz wie so oft damit droht, unberechtigt geparkte Fahrzeuge würden ge-„clamped“, bekämen also eine Kralle verpasst.

In Irland legt man wohl wirklich sehr großen Wert auf das eigene Grundstück, denn wer würde 1-2 km außerhalb des Stadtzentrum freiwillig parken wollen?

St Patricks Street
St Patrick’s Street & The English Market
Vom Hotel aus laufen wir einen gar nicht mal so kleinen Hügel hinab in Richtung St Patrick’s Street, dem Stadt- und Einkaufszentrum des Ortes – übrigens der zweitgrößte in ganz Irland.

Die Straßen sind hier nicht ganz so hübsch wie gestern in Kilkenny – der Verkehr ist dichter und die Geschäfte wirken einen Tick beliebiger -, aber das lässt sich vermutlich aufgrund der Größe der Stadt kaum vermeiden.

English Market in Cork

Insgesamt macht Cork dennoch einen netten Eindruck und auch der beliebte English Market gefällt, ein kleiner, typischer Markt, dessen Preise für Fleisch, Fisch und Gemüse geradezu mitteleuropäisch wirken…

Cork University College
University College Cork
Unserer weiterer Weg führt uns zunächst zur Saint Fin Barres Kathedrale, die allerdings für Touristen gerade nicht zugänglich ist, weil ein Gottesdienst abgehalten wird. Wer um alles in der Welt geht mittwochs um 1300 Uhr zum Gottesdienst?

College Campus Cork

Also weiter zum nächsten Ziel des Rundgangs, dem University College: Eine riesige Anlage mit einem beeindruckenden Campus und einigen sehenswerten Gebäuden.

Auch der gleich nebenan befindliche Fitzgerald’s Park gefällt.

Cork City Gaol
Cork City Gaol
Weil es recht früh ist, steuern wir im Anschluss daran noch Corks ehemaliges Gefängnis an, das von 1824 bis 1923 in Betrieb war, im Gegensatz zu so vielen anderen Gebäuden seitdem allerdings erstaunlicherweise nicht abgerissen wurde und nicht gänzlich verfallen ist.

Zelle im Gaol

Zu verdanken ist das offenbar Corks erstem Radiosender, der von 1927 bis in die 50er-Jahre vom City Gaol aus sendete – darauf muss man auch erstmal kommen…

Das Gefängnis fungiert heute jedenfalls als Museum und ist schön hergerichtet, auch wenn ein paar Details (Wo lebten die Wärter? Wo wurde gekocht?) im Verborgenen bleiben.

The Fish Wife Cork

The Fish Wife & The Montenotte Hotel

Nachdem unsere ersten Fish’n’Chips vor zwei Tagen eher mittelmäßig waren, wollen wir heute noch einmal unser Glück versuchen.

Unsere Wahl fällt auf The Fish Wife im Zentrum von Cork und wir werden nicht enttäuscht: Der Fisch schmeckt bestens, die Soßen sind gut und die Pommes absolut in Ordnung, zumal wir dieses Mal ohnehin nur eine Portion bestellt haben – und selbst die bekommen wir zu zweit nicht auf.

Fish & Chips

Die Mahlzeit liefert genügend Energie, um den ein wenig beschwerlichen Weg hinauf zum The Montenotte anzutreten. Eine halbe Stunde später oben angekommen, stellen wir dankbar fest, dass unserem Auto noch keine Reifenkralle verpasst wurde, wir also ruhigen Gewissens einchecken können.

Zimmer im Montenotte Hotel

Wieder einmal erweist sich das Hotel trotz Nebensaison als fast ausgebucht – was machen die ganzen Menschen hier? Unser Zimmer wirkt modern und ordentlich, vermutlich sogar das beste der bisherigen Reise. Gut, nach gerade einmal vier Tagen liegt die Messlatte noch nicht allzu hoch.

Hoffen wir mal, dass das Hotel sie auch morgen beim Frühstück überspringen kann. Dann geht’s weiter über Blarney Castle zum Ring of Beara und auf Dursey Island.

Strecke: 175 km, ließ genügend Zeit für beide Ziele
Essen: The Fish Wife, die besten Fish’n’Chips bisher!
Hotel: The Montenotte, etwas außerhalb, schön und ruhig

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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