Zwei Wochen in Irland: Route unserer Rundreise

Von Dublin über Cork, den Ring of Kerry, die Cliffs of Moher und Belfast

Die größte Schwierigkeit bei der Planung einer Individualreise? Zweifellos die Route. Während Flüge, Mietwagen und Hotels schnell und einfach gebucht sind, stellte uns die Routenplanung für Irland doch vor das ein oder andere Problem: Wie viel Zeit soll man wo verbringen? Lohnt sich eine Rundreise um die gesamte Insel oder sollte man sich auf einen kleinen Teil konzentrieren?

Was ist einen weiten Umweg wert und woran kann man bedenkenlos vorbeifahren? Und nicht zuletzt: Wie schnell ist man auf Irlands engen Straßen eigentlich unterwegs? Wir haben in unsere Routen für zwei Wochen in Irland und Nordirland viel Überlegung gesteckt, doch natürlich kann immer etwas schiefgehen…

Wanderweg bei Knocknarea

Zur Routenplanung

Bei unseren Rundreisen in anderen Ländern haben wir die Erfahrung gemacht, dass im Schnitt zwischen 250 bis 300 km pro Tag einen guten Mittelweg darstellen. Einen guten Mittelweg zwischen „im Auto sitzen“ und „das Land erkunden“ sowie zwischen „tatsächlich etwas sehen“ und „sich nicht an einem Ort langweilen“, versteht sich.

Gerade Letzteres ist stets ein schwieriger Spagat, denn die Versuchung ist groß, alle vermeintlich wichtigen Sehenswürdigkeiten auf einer Reise sehen zu wollen und dadurch nicht genügend Zeit zu haben, das Gesehene wirklich aufzunehmen. Und weil Irland ein etwas anderes Land ist als etwa die USA, in dem die Städte und National Parks doch sehr weit auseinander liegen können, haben wir uns vorgenommen, hier doch etwas weniger als die genannten 250 bis 300 km pro Tag anzupeilen.

Ausblick auf den Ring of Kerry

Die zweitgrößte Schwierigkeit liegt in der Regel darin, sinnvolle Zwischenstopps für die Übernachtungen zu finden, was sich in Irland jedoch als überraschend einfach herausstellte, da selbst das kleinste Dorf mindestens über ein, zwei Bed & Breakfasts verfügt, wenn nicht sogar über mehrere Hotels.

So grün und naturbelassen die Insel teilweise auch erscheinen mag, die touristische Infrastruktur ist doch erstaunlich gut ausgebaut.

Route für zwei Wochen in Irland

Letzten Endes beeinflussten dann zwei Gesichtspunkte maßgeblich die Route für unsere Rundreise durch Irland: Zum einen wollten wir gut zwei Wochen Zeit auf der Insel verbringen und in diesem Zeitraum natürlich viel Interessantes sehen. Zum anderen erschien es uns sinnvoll, Irland in diesen zwei Wochen einmal komplett zu umrunden, also auch Nordirland anzusteuern, dafür gegebenenfalls das ein oder andere Ziel im Landesinneren oder im Nordwesten auszulassen.

Darüber hinaus stand Dublin aufgrund des Fluges als Start und Ende unserer Reise fest. Nach langen, umfangreichen Überlegungen kamen wir dann schlussendlich zu unserer Route mit den folgenden Stationen:

Powerscourt Gardens
1. Tag: Howth, Powerscourt House & Gardens, Bray (100 km)
Landung in Dublin am frühen Morgen, Mietwagen am Flughafen übernehmen, dann als leichter Einstieg zunächst nach Howth und dort eine kleine Runde um die Halbinsel wandern. Danach weiter, einmal über die M50-Autobahn um Dublin herum und Powerscourt House & Gardens sowie den Powerscourt Waterfall ansteuern. Abschluss des Tages in Bray, vielleicht mit einem Spaziergang am Strand oder zum Bray Cliff Walk hinauf.

Ausblick auf den Upper Lake
2. Tag: Wicklow Mountains & Glendalough (150 km)
Fahrt in die Wicklow Mountains in den gleichnamigen National Park hinein. Unterwegs ein paar Ausblicke entlang der Straße (Lough Tay / Guiness Lake), im National Park dann eine lange Wanderung um den Upper Lake herum. Anschließend ein Rundgang durch die mittelalterliche Klostersiedlung Glendalough gleich nebenan. Weiterfahrt bis Enniscorthy, das zwar nicht viel zu bieten hat, aber einen sinnvollen Zwischenstopp darstellt.

Kilkenny Castle
3. Tag: Hook, Jerpoint Abbey, Kells & Kilkenny (150 km)
Einer der vollsten Tage und vermutlich der, über den wir am meisten nachgedacht haben. Wollen wir Wexford und Waterford sehen? Lohnt sich all die Ruinen wie Tintern Abbey? Letzten Endes fiel unsere Wahl hier auf einen Abstecher zum Hook Lighthouse, bevor es über Jerpoint Abbey und Kells nach Kilkenny geht, das mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aufwartet – von der St. Canice Cathedral mit ihrem Roundtower bis hin zur Black Abbey.

Cork University College
4. Tag: Rock of Cashel & Cork (200 km)
Über den Rock of Cashel und ein paar Viewpoints in den Bergen geht es an diesem Tag nach Cork. Ardmore wäre ein möglicher Abstecher mit Küstenwanderung und Kloster, allerdings bietet Cork genügend Sehenswürdigkeiten, um uns mindestens von mittags bis abends zu beschäftigen.

Dursey Island Ausblick
5. Tag: Ring of Beara & Dursey Island (250 km)
Der Ring of Beara soll dem King of Kerry in wenig nachstehen, deshalb steht heute diese Runde auf dem Programm, die in Kenmare endet. Am frühen Morgen steuern wir jedoch zuerst Blarney Castle mit seinen riesigen Gärten und dem „legendären“ Blarney Stone an, bevor es an der Küste unter anderem auf Dursey Island geht – die Fahrt mit der Seilbahn über den Atlantik soll ein ganz besonderes Erlebnis sein.

Schaf am Meer
6. Tag: Ring of Kerry (200 km)
Dieser kurze Abschnitt steht ganz im Zeichen des Ring of Kerry, Irlands bekanntester und beliebtester Küstenstraße: Innisfallen Island, Derrynane und Valentia Island sind nur einige Ziele entlang dieser Route.

Ross Castle
7. Tag: Killarney, Ross Castle & Gap of Dunloe (100 km)
Das erste Mal auf unserer zweiwöchigen Route, dass wir zwei Mal nacheinander im gleichen Hotel übernachten. Killarney bietet sich dank seines National Parks dafür an: Morgens wollen wir eine Wanderung am See unternehmen, bevor es über die Aussichtspunkte Moll’s Gap, Lady’s View und den atemraubenden Gap of Dunloe zurück ins Dorf geht. Dort möchten wir, bei gutem Wetter, vom Hotel bis zu Ross Castle spazieren – der Park drumherum soll so schön wie weitläufig sein.

Bunte Häuser in Dingle
8. Tag: Dingle & Bunratty Castle (225 km)
Vielleicht der Tag in diesen zwei Wochen, für den uns die Planung der Route am schwierigsten fiel. Unsere Entscheidung fiel letzten Endes auf den Besuch der Halbinsel Dingle, das Abfahren des Slea Head Drives sowie dem kleinen Umweg über Limerick zum Bunratty Castle. Alternativ könnte man hier auch abkürzen und die Autofähre nach Kilrush nehmen.

Cliffs of Moher
9. Tag: Cliffs of Moher, The Burren & Galway (225 km)
Hier fiel die Routenplanung schon wieder leichter, da der Tag mit den Cliffs of Moher am Vormittag und dem schönen, hippen Galway am Nachmittag bereits gut gefüllt ist. Dazwischen „quetschen“ wir den Besuch des The Burren National Parks, in dem wir eine kleine Wanderung unternehmen.

Kylemore Abbey
10. Tag: Connemara National Park & Kylemore Abbey (125 km)
Schwerpunkt hier ist der tolle Connemara National Park, darüber hinaus steuern wir mit Kylemore Abbey ein weiteres Herrenhaus / Kloster an. Wandern ist ebenfalls eingeplant, ein Stück weit aber von Zeit und Wetter abhängig.

Wanderweg in Ballycroy
11. Tag: Ballycroy National Park & Sligo (250 km)
Mit Ballycroy steht ein letzter National Park in Irland auf dem Programm, bevor es mit einem Zwischenstopp nahe Sligo nach Enniskillen geht, unserer ersten Station in Nordirland.

Giants Causeway in Nordirland
12. Tag: Giant’s Causeway, Dunluce Castle & Carrick-a-Rede (300 km)
Über die Causeway Coastal Route, Teile davon unter anderem bekannt aus Harry Potter und Game of Thrones, geht es nach Belfast. Wichtigste Ziele an Nordirlands Küste sind für uns Dunluce Castle, der Giant’s Causeway sowie Carrick-a-Rode mit seiner Hängebrücke.

Belfasts City Hall
13. Tag: Sehenswürdigkeiten in Belfast
Die Sehenswürdigkeiten von Belfast stehen heute auf dem Programm, allen voran natürlich „Titanic Belfast“, das Museum zu Ehren des gesunkenen Schiffs, das hier erbaut wurde. Doch auch der Botanische Garten, die City Hall und einige andere Sehenswürdigkeiten wollen wir näher in Augenschein nehmen.

Stadtrundgang durch Dublin
14. Tag: Sehenswürdigkeiten in Dublin (200 km)
Ohne nennenswerte Zwischenstopps fahren wir zurück nach Dublin, wo unsere Reise vor knapp zwei Wochen begonnen hat, …

15. Tag: Sehenswürdigkeiten in Dublin
… um uns dort zwei Tage lang ausgiebig den Sehenswürdigkeiten von Irlands Hauptstadt zu widmen: Temple Bar, Grafton Street, St Patrick’s Park & Cathedral, Christ Church Cathedral und vieles mehr sind geplant, bevor es am nächsten Tag wieder nach Hause geht.

Turm von Carrickfergus Castle

Überlegungen

Die größte Auslassung in dieser Zwei-Wochen-Route durch Irland ist wahrscheinlich County Donegal ganz im Nordwesten von Irland, in dem man neben dem Glenveagh National Park auch noch viele fast unberührte Ecken finden soll.

Doch, wie bereits erwähnt, man kann eben einfach nicht alles sehen, sondern muss stets abwägen – und da wir zuvor schon sehr viel Zeit an der Küste sowie in (zumindest Fotos nach) vergleichbaren Gebieten verbringen, ist auf Donegal zusammen mit ein paar kleineren Zielen vor allem in Nordirland für uns am leichtesten zu verzichten.

Variationen dieser Route sind natürlich zahlreich möglich. Die wohl sinnvollste wäre, wenn nur knapp zwei Wochen Zeit zur Verfügung stehen, die Abkürzung von Galway über Clonmacnoise nach Dublin, so dass man die südliche Hälfte Irlands einmal umrunden würde. Bei einer etwaigen zweiten Rundreise könnte man sich dann die nördliche Hälfte, inklusive Donegal, in der gebotenen Ruhe vornehmen.

Weitere Alternativen sind denkbar, wären jedoch mit recht großen Auslassungen unterwegs verbunden, so dass man bei einem möglichen weiteren Besuch unter Umständen zumindest in Teilen die gleiche Strecke fahren müsste – weshalb die Einteilung in Norden und Süden die bessere Wahl darstellen dürfte.

Empfehlenswerte Hotels in Irland

Kilkenny: Langton House, erstaunlich große Unterkunft mit tollen Restaurants und guten Zimmern
Killarney: The Ross Hotel, bestens gelegen, dennoch ruhig und freundlich, schöne Bars und Lokale
Cork: The Montenotte, zu Fuß etwa 25 Minuten vom Zentrum, dafür sehr ruhig gelegen und modern
Galway: Jury's Inn, nichts das neueste, aber sehr zentrale Lage gleich an der Fußgängerzone
Belfast: Hampton Inn, brandneues Hotel in bester Zentrumslage und mit äußerst fairen Preisen
Dublin: The Morrison, Radisson BLU, zwei sehr gute Hotels in guter Lage, nachts recht ruhig

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